Samsung möch­te den Kun­den vor schlech­ten „HDR-Erfah­run­gen“ schüt­zen und schlägt daher eine Klas­si­fi­zie­rung für 4K Fern­se­her mit High Dyna­mic Ran­ge vor. Ähn­li­ch wie ein Güte­sie­gel könn­te der Kun­de auf einen Bli­ck erken­nen, wie gut der TV die HDR-Tech­nik anwen­det.


Die TV-Indus­trie lässt den Kun­den ganz gen­au wis­sen, wel­ches Gerät HDR-fähig ist und wel­ches nicht. Doch was gen­au bedeu­tet das eigent­li­ch? High Dyna­mic Ran­ge oder kurz „HDR“ erwei­tert den Dyna­mik­be­reich in dem eine Far­be wie­der­ge­ge­ben wird. Also hel­le­res Weiß und dunk­le­res Schwarz für alle Far­ben. Dabei wird die Farb­tie­fe, also die Farb­ab­stu­fun­gen eben­falls erhöht. Das ver­hin­dert vor allem die oft auf­tre­ten­den „Ban­ding-Effek­te“, die bei Far­b­läu­fen auf­tre­ten kön­nen (z.B. frei­er Him­mel). Soweit, so gut. Bedeu­tet das, dass ein 4K Fern­se­her mit HDR die­sen erwei­ter­ten Dyna­mik­be­reich auch wie­der­ge­ben kann? Lei­der nein!

HDR ist nicht gleich HDR!

Wenn ein 4K Fern­se­her mit „HDR“ bewor­ben wird, dann heißt das ledig­li­ch, dass das Modell die HDR-Meta­da­ten (HDR 10 oder Dol­by Visi­on) ver­ar­bei­ten kann. Das sagt aber lei­der nichts dar­über aus, ob die HDR-Wie­der­ga­be auch sinn­ge­mäß und qua­li­ta­tiv hoch­wer­tig ist. Es gibt lei­der kei­nen Anhalts­punkt für den Nut­zer, um die HDR-Wie­der­ga­be eines 4K Fern­se­hers zu beur­tei­len (bis auf Test­be­rich­te von Fach­ma­ga­zi­nen). Einen Hin­weis dar­auf, dass die HDR-Signa­le gut wie­der­ge­ge­ben wer­den, lie­fert viel­leicht noch die „Ultra HD Premium“-Zertifizierung der Ultra HD Alli­an­ce. Aber auch bei den UHD-Pre­mi­um zer­ti­fi­zier­ten TV-Gerä­ten gibt es Unter­schie­de. Das liegt bereits dar­an, dass es die Spe­zi­fi­ka­ti­on für LCD sowie OLED TV aus­ge­legt wur­de. Die aus­ge­zeich­ne­ten TV-Gerä­te kön­nen sich in meh­re­ren Punk­ten (vor allem Spit­zen­hel­lig­keit, Kon­trast­wert und Farb­ge­nau­ig­keit) unter­schei­den.

Für den Kun­den wäre eine HDR-Klas­si­fi­zie­rung, die TV-Gerä­te in die Kate­go­ri­en „Gut, Bes­ser, Bes­te“ unter­teilt sicher­li­ch ein hilf­rei­ches Mit­tel, um sich im Dschun­gel aus Hun­dert ver­schie­de­nen HDR-TVs zurecht­zu­fin­den. Ein ein­fa­ches Sym­bol auf der Ver­pa­ckung könn­te dem Kun­den mit einem Bli­ck sug­ge­rie­ren „Ah bei die­sem Modell han­delt es sich um einen TV mit bes­ter HDR-Wie­der­ga­be“.

Gute HDR-Wiedergabe, oder doch nur „HDR-Ready“?

Eine HDR-Klas­si­fi­zie­rung wäre sinn­voll, muss aber auch für den Kun­den ein­fach ver­ständ­li­ch und trans­pa­rent sein. Wenn ein TV-Gerät die HDR-Bewer­tung „Gut“ erhält, auf­grund der gerin­gen Spit­zen­hel­lig­keit und der schlech­ten Farb­wie­der­ga­be es aber nicht schafft, das HDR-Mate­ri­al nur ansatz­wei­se gut wie­der­zu­ge­ben, wür­de die­se Klas­si­fi­zie­rung wohl eher scha­den. Hier soll­te man eher von „HDR-Rea­dy“ spre­chen. Sobald die TV-Gerä­te über erhöh­te maxi­ma­le Hel­lig­kei­ten von 600-1000 nits ver­fü­gen, sowie über 90-95% des DCI-P3 Farb­rau­mes abde­cken (Farb­raum für digi­ta­le Kino­pro­jek­ti­on), wäre ein „gut“ oder „bes­ser“ sicher­li­ch ange­bracht.

Ein guter Vor­schlag von Samsung, aber womög­li­ch zu einem denk­bar schlech­ten Zeit­punkt. Teil­wei­se feh­len den Stu­di­os das pro­fes­sio­nel­le Equip­ment, um ihre Refe­renz­mo­ni­to­re anhand der kürz­li­ch ver­öf­fent­lich­ten HDR-Spe­zi­fi­ka­tio­nen ein­zu­stel­len. Und wenn bereits bei der Pro­duk­ti­on nicht kon­form der Richt­li­ni­en läuft, wie soll es dann beim End­ver­brau­cher kor­rekt dar­ge­stellt wer­den kön­nen? Viel­leicht benö­tigt das The­ma HDR ein­fach noch 1-2 Jah­re bevor eine sol­che Klas­si­fi­zie­rung Sinn machen würde.[/fusion_builder_column][/fusion_builder_row][/fusion_builder_container]

Samsung schlägt „Good-Better-Best“-Klassifizierung für HDR-TVs vor
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