Die japa­ni­sche Web­sei­te minkabu.jp hat aus­führ­li­che über den High Dyna­mic Ran­ge (HDR) Stan­dard Dol­by Visi­on berich­tet. Erst­mals gibt es auch Infor­ma­tio­nen wie Dol­by Visi­on auf der 4K Blu-ray rea­li­siert wer­den kann. Wer­den neue Blu-rays und Play­er benö­tigt?


Dol­by infor­mier­te umfas­send in sei­nem „Next Gene­ra­ti­on Video Format“-Briefing über Dol­by Visi­on. Die High Dyna­mic Ran­ge (HDR) Vari­an­te wird bereits von meh­re­ren TV-Gerä­ten von Vizio, Sky­wor­th, TCL und LG unter­stützt. Im deutsch­spra­chi­gen Raum sind aber ledig­li­ch die neu­en 4K OLED Fern­se­her und Super Ultra HD TVs von LG Dol­by Visi­on-fähig. Mit der Serie Mar­co Polo von 4K-Strea­m­ing Anbie­ter Net­flix ste­hen auch ers­te Dol­by Visi­on Inhal­te zur Ver­fü­gung. Das vol­le Poten­ti­al wird Dol­by Visi­on aber erst auf der 4K Blu-ray ent­fal­ten kön­nen. Es ste­hen aber immer noch vie­le unge­klär­te Fra­gen im Raum von denen vie­le bereits im Media Brie­fing beant­wor­tet wer­den konn­ten. Wir geben euch einen klei­nen Ein­bli­ck, was Dol­by Visi­on ist und wie das For­mat auf die 4K Blu-ray kommt.

Was ist Dolby Vision?

Dol­by Visi­on erhöht den Dyna­mik­be­reich eines Bil­des und sorgt für eine ver­bes­ser­te Kon­trast- und Farb­wie­der­ga­be. Dol­by Visi­on Tech­nik steht in Kon­kur­renz zum HDR10 Stan­dard. Bei bei­den Stan­dards spricht man von „High Dyna­mic Ran­ge“ (HDR).

Wäh­rend bei Stan­dard Dyna­mic Ran­ge (SDR) Inhal­ten wie sie auf HD-Blu-ray oder im Fern­se­hen zum Ein­satz kom­men, die Inhal­te mit einer maxi­ma­len Hel­lig­keit von nur 100 cd/m² gemas­tert wer­den, wird die­ser Wert bei Dol­by Visi­on auf 10.000 cd/m² erhöht. Auch der Schwarz­wert wird auf 0.005 cd/m² nach unten erwei­tert (SDR 0,117 cd/m²). Setzt man die­se Zah­len in den direk­ten Ver­gleich zum Dyna­mik­be­reich, der vom  mensch­li­chen Auge erfasst wer­den kann, sieht man sehr schnell, dass sich Dol­by Visi­on viel näher an einer natür­li­chen Bild­wie­der­ga­be bewegt. Ein sehr schö­nes Bei­spiel für den erwei­ter­ten Dyna­mik­be­reich lie­fert Dol­by natür­li­ch gleich mit:

  • SDR im BT.709 Stan­dard: 0.117 – 100 cd/m²
  • Dol­by Visi­on im ST2084 Stan­dard: 0,005 – 10.000 cd/m²
  • Dyna­mik­be­reich mensch­li­ches Auge: 0,001 – 20.000 cd/m²
Vergleichsbild SDR zu Dolby Vision HDR

Ver­gleichs­bild SDR zu Dol­by Visi­on HDR

Im Ver­gleichs­bild ist sehr schön zu erken­nen, dass Dol­by Visi­on HDR drei Fak­to­ren der Bild­qua­li­tät posi­tiv beein­flusst. Zuer­st sind deut­li­ch mehr Details erkenn­bar, dass sieht man sehr schön an den ein­zel­nen Fun­ken. Zum ande­ren wird der Kon­trast erwei­tert und die sehr dunk­len und hel­len Bild­pas­sa­gen wir­ken nicht so über­blen­det. Zum drit­ten lie­fert Dol­by Visi­on eine weit­aus rea­lis­ti­sche­re Farb­wie­der­ga­be, da Farb­tö­ne die in den über­blen­de­ten Pas­sa­gen des SDR-Bil­des ver­schwin­den, in Der Dol­by Visi­on-Ver­si­on pro­blem­los dar­ge­stellt wer­den kön­nen. Das sieht man nicht nur sehr schön an der Klei­dung und am Feu­erring.

Noch ein Hin­weis: Obwohl es auf den Bli­ck den Anschein hat, der Farb­raum in den wir uns bei die­sen bei­den Abbil­dun­gen bewe­gen, wur­de für die Dol­by Visi­on Abbil­dung nicht erwei­tert. Ledig­li­ch die Dyna­mi­ker­wei­te­rung schafft es, die bereits vor­han­de­nen Far­ben, Kon­tras­te und Details her­vor­zu­brin­gen.

Eine neue „Lichtsprache“ muss her!

Damit die­se Bild­in­for­ma­tio­nen in die­ser Qua­li­tät wie­der­ge­ge­ben wer­den kön­nen, benö­tigt man eine ganz neue „Lichtspra­che“. Dol­by Visi­on hat dafür die soge­nann­te PQ-Kur­ve oder Per­cep­tual Quan­ti­zer vor­ge­stellt. Die­se PQ-Kur­ve ist auch bereits im ST2084 Indus­trie­stan­dard auf­ge­nom­men und kann so auch für die 4K / Ultra HD Blu-ray adap­tiert wer­den. Der gro­ße Vor­teil von Dol­by Visi­on ist die Nut­zung von dyna­mi­schen Meta­da­ten. So kann der Hel­lig­keits­wert von Sze­ne zu Sze­ne ange­passt wer­den. Bei HDR10 muss für den kom­plet­ten Film ein Hel­lig­keits­be­reich defi­niert wer­den. Damit kön­nen die natür­li­chen Licht­in­for­ma­tio­nen von der Kame­ra in digi­ta­le Licht­in­for­ma­tio­nen umge­wan­delt wer­den. Die­se wer­den dann wie­der­um nach der Pro­duk­ti­on über ein Medi­um (z.B. Strea­m­ing oder 4K Blu-ray) an den kom­pa­ti­blen 4K Fern­se­her wei­ter­ge­lei­tet und in natür­li­che Licht­in­for­ma­tio­nen über das Dis­play an das Umfeld abge­ge­ben. Wir könn­ten an die­sem Punkt noch den Ver­gleich zum bis­her geläu­fi­gen HDR10 zie­hen, dass möch­ten wir uns aber für ein Spe­cial zu Dol­by Visi­on auf­he­ben. 😉

So kommt Dolby Vision auf die 4K Blu-ray

Bis­lang wur­den nur 4K / Ultra HD Blu-rays mit HDR10 ver­öf­fent­licht. Der HDR10 High Dyna­mic Ran­ge Stan­dard ist essen­ti­ell für Ultra HD, Dol­by Visi­on ent­wi­ckelt sich aber zu einer sehr attrak­ti­ven Opti­on für TV-Her­stel­ler sowie Film­stu­di­os. Fakt ist, weder die 4K Blu-ray Disc, noch kom­pa­ti­ble Abspiel­ge­rä­te wären bis­lang in der Lage, 4K-Inhal­te mit Dol­by Visi­on wie­der­zu­ge­ben. Kur­zum, für Dol­by Visi­on wird neben einem neu­en 4K Fern­se­her ein neu­er 4K Blu-ray Play­er samt pas­sen­der DV-Blu-ray benö­tigt.

Der Auf­bau der Blu-ray mit Dol­by Visi­on unter­schei­det sich zur regu­lä­ren 4K Blu-ray. Eine ent­spre­chen­de Disc besteht aus dem Basis-Lay­er (BL) der alle essen­ti­el­len Bild­in­for­ma­tio­nen ent­hält. Die­se Bild­da­ten wer­den par­al­lel mit zusätz­li­chen Infor­ma­tio­nen im Enhan­ce­ment Lay­er (EL) kom­plet­tiert. Auf dem EL befin­den sich alle benö­tig­ten Zusatz­da­ten für die Dol­by Visi­on wie­der­ga­be (12-bit Farb­tie­fe + dyna­mi­sche Meta­da­ten). Die EL-Schicht soll ca. 25% oder weni­ger der BL-Schicht benö­ti­gen. Mit gro­ßer Wahr­schein­lich­keit wer­den 4K Blu-rays mit Dol­by Visi­on auch die HDR-10 Meta­da­ten ent­hal­ten und auf älte­ren 4K Blu-ray Play­ern mit HDR10 wie­der­ge­ben wer­den kön­nen.

Dolby Vision benötigt neue 4K Blu-ray Player

Für die­sen neuen Auf­bau der Blu-ray Disc sind neue Abspiel­ge­rä­te nötig, die den BL und EL par­al­lel able­sen kön­nen. Bei­de Lay­er sind HEVC (h.265) kodiert und müs­sen von einem ent­spre­chen­den HEVC-Deko­der ent­schlüs­selt wer­den. Bei 4K-Inhal­ten mit 24 Bil­dern pro Sekun­de soll es mög­li­ch sein, über eine Sin­gle-Chip-Lösung die Daten abzu­fra­gen. Dabei wech­selt der Chip jeweils zwi­schen den bei­den Infor­ma­ti­ons­strän­gen hin und her und kann so das Bild aus­ge­ben. Bei 4K-Inhal­ten mit 30, 50 oder 60 Bil­dern pro Sekun­de, wird es der HEVC-Chip nicht mehr schaf­fen, die Daten­men­gen par­al­lel zu ver­ar­bei­ten. Somit sind zwei HEVC-Deko­der nötig, einen für die BL und einen für die EL-Schicht. Wie man her­aus­le­sen kann, ist der Auf­bau und die Abfra­ge der Daten etwas kom­pli­zier­ter als bei geläu­fi­gen HDR10 Blu-rays, obwohl hier eben­falls eine HEVC-Deko­die­rung erfolgt.

Im Ultra HD Stan­dard ist immer noch sehr viel Bewe­gung, wie es auch im 4K Gui­de „Ultra HD erklärt“ ange­deu­tet wird. Vor allem die Ent­wick­lung im Bereich High Dyna­mic Ran­ge wird die Bild­qua­li­tät für TV-Über­tra­gun­gen, Strea­m­ing und Blu-rays nach­hal­tig posi­tiv beein­flus­sen. Es bleibt defi­ni­tiv span­nend.

Vie­len Dank an Leser „Lord­Ber­ti“ für den Hin­weis![/fusion_builder_column][/fusion_builder_row][/fusion_builder_container]

Ers­te Infos zu Dol­by Visi­on auf 4K Blu-ray
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