Bei den Münch­ner Medi­en­ta­gen haben die Ver­tre­ter von ARD und ZDF ihre Plä­ne für die nächs­ten Jah­re vor­ge­stellt. The­ma war unter ande­rem DVB-T2 HD, die Abschal­tung des SD-Ange­bo­tes sowie eine Dis­kus­si­on über 4K / Ultra HD.


Vie­le geben sich mit Fern­se­hen in SD-Qua­li­tät (720 x 576 Pixel) gar nicht mehr zufrie­den. Auf einem Full-HD oder gar einem 4K Fern­se­her ist die­se ver­al­te­te Über­tra­gungs­tech­nik teil­wei­se nicht mehr ertrag­bar. Das Ange­bot an HD-Inhal­ten wächst aber ste­tig und auch ers­te Sen­der mit 4K / Ultra HD Inhal­ten gehen in den Regel­be­trieb. ARD & ZDF haben auf den Mün­che­ner Medi­en­ta­gen einen Aus­bli­ck gege­ben wel­che „tech­ni­schen Inno­va­tio­nen“ man auf den ers­ten Kanä­len in den nächs­ten Jah­ren rech­nen darf. Ganz aktu­ell ist die Aus­strah­lung in 1080p wel­che über DVB-T2 über­tra­gen wer­den sol­len. Dabei han­delt es sich bei ARD & ZDF aber vor­er­st nur um Test­pro­gram­me.

Bedarf für Ultra HD wird noch nicht gesehen

Eine 4K / Ultra HD Über­tra­gung ist erst ein­mal nicht in Pla­nung. Bevor nicht der SD/HD Simul­cast nicht been­det wur­de und sich HD eta­bliert hat, sieht man kei­nen Bedarf über Ultra HD zu reden. Die Abschal­tung kann aber erst von­stat­ten gehen, wenn ca. 80-90% der TV-Zuschau­er auch das HD-Ange­bot nut­zen. Nur dann hält ZDF-Pro­duk­ti­ons­di­rek­tor Berecz­ky eine SD-Abschal­tung ähn­li­ch wie bei der Ana­log-Abstrah­lung für rea­lis­ti­sch. Ein wei­te­rer Fak­tor sind natür­li­ch die enorm hohen Kos­ten, die eine Auf­rüs­tung auf Ultra HD mit sich brin­gen wür­de. Nicht nur die Pro­duk­ti­on und Lizen­zie­rung von geeig­ne­tem Mate­ri­al mit 2160p, son­dern auch die Ver­tei­lungs­tech­nik wür­de meh­re­re hun­dert Mil­lio­nen Euro kos­ten. Einen Betrag den die bra­ven GEZ-Zah­ler sicher­li­ch nicht nach­voll­zie­hen könn­ten.

Full-HD und Erweiterung des Farbraumes

Die Ver­ant­wort­li­chen der Öffent­li­ch-Recht­li­chen sind aber dar­auf bedacht, die Bild­qua­li­tät für aktu­el­le und zukünf­ti­ge Inhal­te zu ver­bes­sern. Mit der Wie­der­ga­be von 1080p Inhal­ten über DVB-T2 wäre bereits ein ers­ter Schritt getan. Im glei­chen Zug denkt man auch über eine 1080p Wie­der­ga­be via Satel­lit nach. Bis­her wur­den High­lights wie z.B. die Fuß­ball Welt­meis­ter­schaft maxi­mal mit 720p über­tra­gen. Auch eine Erwei­te­rung des Farb­rau­mes, wür­de lt. Berecz­ky eine schnel­le und sicht­ba­re Ver­bes­se­rung der Bild­qua­li­tät errei­chen, wel­che vor allem den Nut­zern aktu­el­ler 4K Fern­se­her zugu­te kommt.

NDR-Pro­duk­ti­ons­di­rek­tor Micha­el Rom­bach: „Wir haben gera­de ein­mal gut die Hälf­te der Satel­li­ten­zu­schau­er auf HD. Da haben wir noch eine Men­ge Arbeit, die soweit in den HD-Bereich zu brin­gen, dass man ein Abschal­ten von SD auch ver­ant­wor­ten kann. Das ist die eigent­li­che Haus­auf­ga­be, auf die wir uns kon­zen­trie­ren und des­halb ist UHD für uns auch aus stra­te­gi­schen Grün­den der­zeit kein The­ma“

Erfolg von HD hängt an den Privatsendern

Ca. 55% der TV-Satel­li­ten­haus­hal­te emp­fan­gen bereits Pro­gram­me in HD-Auf­lö­sung. Dabei han­delt es sich aber meist um die frei­en Pro­gram­me von ARD, ZDF und Co. Gera­de ein­mal 18.4% nut­zen auch das Ange­bot der Pri­vat­sen­der, für wel­ches die Zuschau­er zur Kas­se geben wer­den. Wenn HD und Full-HD wei­ter als Zusatz­ge­schäft gese­hen wer­den, gibt es nicht viel Hoff­nung, dass sich die neu­en Stan­dards in naher Zukunft flä­chen­de­ckend eta­blie­ren. Auch die Zukunft von Ultra HD bei den Öffent­li­ch-Recht­li­chen und den Pri­vat­sen­dern bleibt somit wei­ter ungewiss.[/fusion_builder_column][/fusion_builder_row][/fusion_builder_container]

Ultra HD bei ARD & ZDF erst nach SD-Abschal­tung?
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