Lenz Nöl­kel von gizmodo.de hat sich Ama­zons neu­en Video­st­rea­m­ing-Dienst Pri­me Instant Video ange­se­hen und getes­tet. Das Por­tal ersetzt das Ange­bot von Ama­zons Toch­ter­fir­ma Lovefilm und ist der erneu­te Ver­su­ch einen Video­st­rea­m­ing­dienst erfolg­reich in Deutsch­land zu eta­blie­ren.

Der Preis ist heiß


Es gibt zwei Abo­mo­del­le mit denen man auf Pri­me Instant Video zugrei­fen kann. Man kann Pri­me Instant Video ein­zeln nut­zen und zahlt dabei 7.99 Euro pro Monat (95.88 Euro pro Jahr), oder man nutzt „Pri­me“ und erhält neben dem Zugang zu Ama­zons Strea­m­ing­dienst noch die Gra­tis-Pre­mi­um­ver­san­d­op­ti­on für den Online­shop oben­drauf – für nur 49 Euro pro Jahr.

Und schon wird klar, Ama­zon möch­te Pri­me Instant Video dafür nut­zen, um Kun­den an den Pri­me Ser­vice zu bin­den um das Geschäft im Online­shop anzu­kur­beln. Nutzt man bereits Ama­zons Pri­me Ser­vice, wird einem seit Febru­ar der Zugang zu Pri­me Instant Video mit auf­ge­brummt. Der Preis wur­de dabei von ehe­mals 29 Euro auf 49 Euro pro Jahr ange­passt.

Einfache Einrichtung und USK 18 Prüfung

Wer bereits über ein Ama­zon Pri­me Kun­de ist, kann direkt los­le­gen und durch die Seri­en und Fil­me stö­bern. Neu­kun­den durch­lau­fen einen gewohn­ten Anmel­de­pro­zess mit Ama­zon-ID, Pass­wort, Zah­lungs­in­for­ma­tio­nen und Co. Dabei soll­te man  gleich die Altersprü­fung abschlie­ßen, damit man auch auf Fil­me und Seri­en ab 18 Jah­ren zugrei­fen kann. Hie­für muss man einen gül­ti­gen Per­so­nal­aus­weis und eine Kon­to­ver­bin­dung vor­wei­sen kön­nen. Dana­ch kann man gesperr­te Inhal­te via Pin frei­schal­ten. So ist auch gleich gewähr­leis­tet, dass Min­der­jäh­ri­ge nicht auf 18er Inhal­te zugrei­fen kön­nen.

Schlankes Filmangebot, Blockbuster kosten extra!

Pri­me Instant Video ver­fügt über ein brei­tes Port­fo­lio an bekann­ten und belieb­ten Seri­en. Brea­king Bad, The Big Bang Theo­ry und The Tudors fin­den sich unter ande­rem im Ange­bot von Ama­zon wie­der. Lei­der feh­len immer wie­der ein­zel­ne Fol­gen oder gar gan­ze Staf­feln. Das ist natür­li­ch ärger­li­ch, vor allem wenn jemand die Sto­ry wirk­li­ch ver­fol­gen möch­te. Seri­en wie Die Simpsons, Fami­ly Guy, Ame­ri­can Dad und The Wal­king Dead, die bereits im Free-TV rauf- und run­ter­lau­fen, feh­len fast voll­stän­dig. Hier muss Ama­zon auf jeden Fall nach­bes­sern.

Auch die Fil­me kön­nen nicht recht über­zeu­gen. Kino­high­lights der ver­gan­ge­nen Mona­te sucht man im Pri­me Instant Video ver­geb­li­ch und wenn dann sind die­se in einem extra Bezahl­be­reich auf­ge­lis­tet. Rich­tig gele­sen – für High­light-Fil­me muss man zusätz­li­ch zah­len, obwohl man bereits 49 Euro für das Abo hin­blät­tert. „Älte­re“ Fil­me wie „Flight“, „Bat­man“ oder „Star Trek – Into The Darkness“ sind vor­han­den, rei­ßen aber den ein­ge­fleisch­ten Film­fan nicht mehr vom Hocker. Punk­ten kann der Video­st­rea­m­ing­dienst mit sei­nem Back­pro­gramm. Seri­en- und Film­klas­si­ker wie Pulp Fic­tion fin­den sich zuhauf.

Unterwegs nur mit Kindle Fire oder Apple iOS

Wer mobil auf den Pri­me Instant Video Dienst zugrei­fen möch­te, benö­tigt auf jeden Fall ein Kind­le Fire Tablet oder ein App­le iPad oder iPho­ne. Besit­zer eines Andro­id oder Win­dows-Mobi­le Gerä­tes schau­en in die Röh­re. Um den Dienst auf dem Fern­se­her nut­zen zu kön­nen, benö­tigt man einen Smart-TV mit App-Sup­port, einen App­le TV oder eine Play­sta­ti­on 3/4.

Bewertung von gizmodo.de

Giz­mo­do bewer­tet den Pri­me Instant Video Dienst von Ama­zon mit 3 von 5 Ster­nen. Wäre nicht der unschlag­ba­re Preis von 49 Euro pro Jahr wäre die­se Bewer­tung sicher­li­ch schlech­ter aus­ge­fal­len. Auch die gro­ße Aus­wahl an Film- und Seri­en­klas­si­kern hat die Bewer­tung noch­mals ange­ho­ben. Auf der nega­ti­ven Sei­te lis­ten wir das Feh­len von aktu­el­len Kino­hits und ein­zel­ner Fol­gen oder Staf­feln belieb­ter Seri­en. Zudem hat man nur Zugriff auf die deut­sche Ton­spur. Der Ori­gi­nal­ton kann nicht zuge­schal­ten wer­den.

Ein Umstieg auf Pri­me Instant Video macht viel­leicht nur Sinn, wenn man bereits den Pri­me-Pre­mi­um­ver­sand genutzt hat und sich eh einen Strea­m­ing­dienst zule­gen woll­te. Wer bereits bei Wat­che­ver und Co. ange­mel­det ist muss nicht unbe­dingt wech­seln. Der Dienst könn­te erst inter­es­sant wer­den, wenn die Lücken bei den Seri­en gefüllt wer­den und aktu­el­le Block­bus­ter-Fil­me in der Online-Video­thek auf­tau­chen. Ers­te Inhal­te in 4K Auf­lö­sung könn­te in der Zukunft ein guter Grund wer­den auf Pri­me Instant Video zu wech­seln.

Via: gizmodo.de

Ama­zon Instant Video Test – Film­aus­wahl lässt zu wün­schen übrig
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