Die Ver­brau­cher­zen­tra­le Nord­rhein-West­fa­len ist gegen Samsung und deren Daten­sam­mel­wut vor Gericht gezo­gen. Der korea­ni­sche TV-Her­stel­ler über­trägt seit län­ge­rer Zeit Ver­brau­cher­da­ten sei­ner Smart-TVs. Lei­der konn­te nur ein Teil­sieg vor Gericht errun­gen wer­den. 


Möch­ten Sie ihren Smart-TV mit dem Inter­net ver­bin­den?“. So oder so ähn­li­ch heißt es bereits bei der ers­ten Inbe­trieb­nah­me des neu­en Fern­se­hers. Möch­te man den Fern­se­her nicht mit dem Inter­net ver­bin­den, wird man von der „Glot­ze“ ger­ne noch ein­mal dar­an erin­nert, sei es durch den Start bestimm­ter Appli­ka­tio­nen oder der regel­mä­ßi­ge Hin­weis nach Firm­ware-Updates. Die AGBs wer­den wie so oft nicht sehr auf­merk­sam oder gar nicht durch­ge­le­sen und schnell abge­nickt. So ist es auch bei den meis­ten Smart-TVs von Samsung der Fall.

Samsung ist nicht allein

Ist der Smart-TV erst ein­mal ein­ge­rich­tet und mit dem Inter­net ver­bun­den, eröff­nen sich für den Nut­zer schein­bar unend­li­che Enter­tain­ment-Optio­nen. Strea­m­ing-Diens­te wie Ama­zon Video, Net­flix oder Youtube bie­ten Mil­lio­nen Stun­den Unter­hal­tung. Auch sozia­le Netz­wer­ke kön­nen über den intel­li­gen­ten Fern­se­her genutzt wer­den. Vie­le den­ken, ihre per­so­nen­be­zo­ge­nen Daten sei­en sicher, das stimmt aber lei­der nicht. Nicht nur Samsung über­trägt Infor­ma­tio­nen von TV-Gerä­ten an ihre Kon­zern­zen­tra­le, wo die­se aus­ge­wer­tet und wie­der­um für geziel­te Emp­feh­lun­gen und Wer­bung genutzt wer­den. Man kann schwer davon aus­ge­hen, dass auch ande­re TV-Her­stel­ler ähn­li­che Struk­tu­ren und AGBs Nut­zen um an die Daten der Nut­zer zu gelan­gen.

Mit der Kla­ge gegen Samsung, woll­te die Ver­brau­cher­zen­tra­le Nord­rhein-West­fa­len ein Grun­dur­teil errei­chen, an das auch ande­re Her­stel­ler gebun­den wer­den kön­nen. Samsung schafft es durch sei­ne ver­schach­tel­ten Kon­zern­struk­tu­ren eine Kla­ge abzu­weh­ren. Der Grund liegt dar­in, dass die Daten nicht an die Samsung Elec­tro­nics GmbH in Deutsch­land, son­dern an die Kon­zern­mut­ter in Korea über­tra­gen wer­den. So ist das Gericht nicht in der Lage dar­über zu ent­schei­den, ob die Daten­über­tra­gung rech­tens ist.

Ein kleiner Sieg

Einen klei­nen Sieg gibt es jedoch. Zukünf­tig muss Samsung sei­ne Käu­fer dar­über infor­mie­ren, dass der Smart-TV per­so­nen­be­zo­ge­ne Daten über­mit­teln kann, soll­te der Fern­se­her mit dem Inter­net ver­bun­den wer­den. Auch die AGBs müs­sen nach­ge­bes­sert wer­den. Die­se erstreck­ten sich über 56 Bild­schirm­sei­ten im Fließ­text ohne Absät­ze und Struk­tur und sind daher intrans­pa­rent und dem Nut­zer nicht zumut­bar.

Das Urteil ist noch nicht rechts­kräf­tig. Die Ver­brau­cher­zen­tra­le Nord­rhein-West­fa­len möch­te das Urteil prü­fen und ggf. in Beru­fung gehen.

Quel­le: golem.de[/fusion_builder_column][/fusion_builder_row][/fusion_builder_container]

Samsung über­trägt wei­ter­hin Daten ohne Zustim­mung
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